Murphy war Infanterist.

Airsoft Team - Kommando Münchhausen


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Reviews

Review TOKYO MARUI SOCOM MK23: Original & Nachbau

by Loki

Die Ausregung war groß, als fozzie mich anrief und sagte: "Deine MK ist da! externBegadi hat geliefert..."
Gut, diesmal war es nur die Spielzeug-Variante von Tokyo Marui. Aber das machte ja nichts, denn die richtige (oft auch Realsteel genannte) Heckler & Koch Mark 23 Mod. 0 lag ja schon in meinem Tresor.

Dieses Review soll sich also nicht ausschließlich mit der Airsoft-Variante beschäftigen, sondern ein Vergleich Original & Nachbau der legendären externUS SOCOM-Waffe sein. Auch wenn die Waffe auf Grund des Gewichtes und der Größe bei den SFs nicht den besten Ruf ist es für mich eine der besten und zuverlässigsten Offensiv-Faustfeuerwaffen.

Meine Wahl der Backup-Waffe war sehr schnell gefallen. Ich wollte meine Waffe nicht nur auf dem Schießstand abfeuern, sondern auch beim Airsoft nutzen. Zudem hat die Waffe ein sehr mächtiges (fast brutales) Erscheinungsbild und eine sehr lange Visierlinie. Es sollte wegen des moderateren Gas-Verbrauches eine NBB sein und so entschied mich nach ein wenig Recherche und Tipps von fozzie für die externTokyo Marui SOCOM MK23.
Alle Fotos sind mit Absicht ohne Blitz, mit Stativ und normaler Beleuchtung aufgenommen. Das hat zwar ein paar kleine Farbabweichungen zur Folge, sieht aber insgesamt besser aus. Die Seriennummer meiner externHeckler & Koch habe ich absichtlich unkenntlich gemacht.

Verpackung

Beide Waffen werden in einem Koffer geliefert. Der Koffer von TM besteht aus schwarzem Plastik und ist von einer Papphülle (bunt bedruckt, nicht auf dem Foto) umgeben. Die Bezeichnung der Waffe ist direkt auf dem Kofferdeckel zu sehen. Der Koffer von HK ist aus Holz und Metall gefertigt und wirkt sehr viel edeler. Nur ein HK-Logo ist dezent in die Ecke gedruckt.

Tokyo Marui MK23 Koffer Heckler & Koch MK23 Koffer

Beim Öffnen der Koffer wird einem schon ein wenig warm ums Herz. Beide Firmen liefern ein maßgeschneidertes Innenleben der Koffer für ihre Waffen. Bei TM besteht es aus dunklem Styropor und bei HK auf einem Schaumstoff. Das Light-Attached-Modul (LAM) fehlt auf Grund der deutschen Gesetzeslage und die Aufnahme für ein zweites Magazin im Koffer ist bei TM leer. Dafür gibt es eine Schalldämpfer-Attrappe. HK füllt die Aufnahme für das zweite Magazin bereits ab Werk. Von einem LAM (AN/PEQ-6) auf den ersten Blick keine Spur, wobei es im Koffer bereits eine Stanzung im Schaumstoff gibt, in der dieses unterbegracht werden könnte.

Tokyo Marui MK23 im Koffer Heckler & Koch Mark 23 im Koffer

Waffe

Kommen wir zum eigentlichen Grund des Reviews: DER WAFFE.
Wenn man den Sicherheitsstöpsel aus der ASG entfernt fällt einem als erstes das sehr geringe Gewicht des Spielzeuges auf. Mit 424 g Gewicht (Eigenmessung mit einer handelsüblichen Briefwaage) ist die Tokyo Marui um 591 g deutlich leichter als das Original von Heckler & Koch. Das Griffstück ist bei beiden Waffen aus Kunststoff gefertigt, beim Schlitten und dem darin enthaltenen Innenleben erklärt sich dann der Gewichtsunterschied. Wo bei HK schwarz-mattes Metall verarbeitet ist, hat sich TM mit einem ABS-Kunststoff beholfen. Dieser wirkt optisch sehr hochwertig und glänzt nur minimal mehr als der HK-Schlitten. Wenn man die Waffe aber in der Hand hat, den Verschluss nach hinten zieht, zählt keine Optik mehr, sondern nur noch das Feeling und hier kann TM mit dem Original nicht mithalten. Der Schlitten lässt sich auch nicht wie bei der HK ganz nach hinten ziehen und arretieren, sondern für den Showeffekt gleitet er nur ein paar Zentimeter nach hinten. Auch fällt auf, dass die TM vorne am Schlitten noch ein paar Rillen hat, die am Original nicht zu finden sind.

Tokyo Marui MK23 Heckler & Koch Mark 23

Die Sicherung ist bei beiden Waffen identisch. Nur im gespannten Zustand (also wenn der Hahn hinten ist) lassen sich die Waffen mit dem hinteren Hebel sichern. Der Entspannhebel (auf dem Bild der Vordere) ist bei der TM nur eine Attrappe und bewegt sich keinen Millimeter. Bei der HK dient dieser zum einfachen und vor allem leisen entspannen der Waffe.

Beide MK23 direkt nebeneinander.

Durch die Unterschiedlichen Gewichte liegen beide Waffen vollkommen unterschiedlich in der Hand. Mit eingesetztem Magazin ist die TM sehr hecklastig, wogegen die HK durch den gewaltigen Schlitten eher kopflastig wirkt. Wenn man das erste mal mit der Tokyo Marui zielt fällt einem gleich ein weiterer Unterschied auf. Die Heckler & Koch hat von hinten auf Kimme und Korn kleine weiße Punkte aufgebracht, die das Zielen bei Dunkelheit erleichtern sollen. Diese fehlen bei der ASG gänzlich.

Visier der Tokyo Marui MK23 Visier der Heckler & Koch Mark 23

Markings

Immer wieder lese ich Diskussion um die Markings der Waffen. Von Heckler & Koch gibt es verschiedenes Bildmaterial auf dem verschiedene Markings (mal mit SOCOM, US-GOV. oder MARK 23) zu sehen sind. Also kann ich hier nur meine in Deutschland gekauften 23er vergleichen. Ich möchte das auch nicht kommentieren, schaut es Euch einfach an.
Für mich als HK-Fan und Besitzer mehrerer Originale ist es natürlich sehr schade, dass TM die HK-Logos auf dem Schlitten und Griffstück (auf den Magazinen ist es noch drauf) unkenntlich gemacht hat, aber das lässt sich nun nicht ändern.

Markings auf der Tokyo Marui MK23 Markings auf der Heckler & Koch Mark 23
Markings auf der Tokyo Marui MK23 Markings auf der Heckler & Koch Mark 23

Auffällig ist zudem, dass unten am Abzugsbügel des Nachbaus der Sicherheitshinweis fehlt.

Markings auf der Tokyo Marui MK23 Markings auf der Heckler & Koch Mark 23

Magazine & Munition

Die Maße der Magazine sind nahezu identisch. Das freut mich natürlich besonders, weil ich so meine Magazintaschen auch beim Airsoft verwenden kann. Beim Gewicht der ungeladenen Magazine zeigen sich abermals gravierende Unterschiede. Die Airsoft-Magazine sind mit 354 g deutlich schwerer als die HK-Magazine mit 100 g.
Schade finde ich persönlich, das sich bei der TM das Magazin nach betätigen des Auswerfer-Hebels nicht selbstständig nach unten verabschieden (sprich: es bleibt im Schacht und fällt nicht nach unten). Das hindert etwas beim schnellen Magazinwechsel, aber man gewöhnt sich daran und die Gefahr ein Magazin zu verlieren ist nicht so groß.

Airsoft- und Realsteel-MK23-Magazine im Vergleich Airsoft- und Realsteel-MK23-Magazine im Vergleich

Im geladenen Zustand sieht es dann aber wieder anders aus. Ein Airsoft-Magazin mit Gas und 24 BBs wiegt 362 g und ein HK-Magazin mit 12 Schuss Munition im Kaliber .45 ACP bringt 345 g auf die Waage. Wenn man sich den Unterschied der Munition auf dem folgendem Bild einmal anschaut, ist diese plötzliche Annäherung auch kein Wunder!

.45 ACP vs. 6 mm BBs

Schussleistung

Da sich beide 23er noch nicht lange in meinem Besitz befinden, kann ich recht gut zu den ersten Schüssen etwas sagen. Beim ersten Abfeuern der HK MK23 war ich von der Kraft des Kalibers überrascht (meine anderen Waffen sind kleiner). Der Rückstoß (oder Rückschlag) ist aber im Vergleich zu anderen Waffen des gleichen Kalibers (z.B. GoldCup 1911) etwas sanfter, was an dem speziellem HK-Dämpfungssystem und dem enormen Waffengewicht liegt. Auffällig ist das große Abzugsgewicht des MK-Abzuges. Mit weit mehr als 2 kg liegt es über den gebräuchlichen Sportpistolen und für schnellere Schüsse braucht es etwas Übung. Bei einer reinen Militärpistole geht das aber vollkommen klar.
Die TM MK ist im wahrsten Sinne des Wortes Spielzeug! OK, es ist auch eine NBB-Waffe, dass heißt der Schlitten bewegt sich beim Schuss nicht nach hinten. Folgerung: Nicht das geringste Zucken oder Rucken beim Schiessen. Auch der Abzug lässt sich mit deutlich geringerem Kraftaufwand auslösen. Ein vernünftiger Druckpunkt ist trotzdem vorhanden.

Die ersten Schüsse mit der Tokoi Marui habe ich einfach so ins Leere gefeuert. Die Stärke in Joule ist für mich nicht sonderlich wichtig, deshalb gehe ich darauf nicht tiefer ein. Wichtiger sind mir die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Airsoft-Gun. Um wieder zurück zum Vergleich Original & Nachbau zu kommen: Hier die Scheiben der ersten Schüsse. Die TM MK23 habe ich auf zehn Meter und die HK MK23 auf 25 Meter Entfernung geschossen. Anschlagart stehen freihändig. Die verwendeten Munitionstypen waren 6mm BBs (BIOVAL, BIO BBs, 0,2 g, hell) und .45 ACP (MagTech, Semi Wadcutter). Die TM wurde mit Top Gas geladen.
Die Streukreise der beiden 23er sind auf meiner Sicht vollkommen OK. An der genauen Trefferlage (alles möglichst in der Mitte) muss ich noch arbeiten. Sei es durch Verstellen der Visierung bzw. des HopUps oder gewöhnen an die Visierung sowie üben üben üben.

Einmal beim Training kam es zu Leerschüssen mit der MK. Das lag an einem Stau der BBs im Magazin. Mit einem schnellen Magazinwechsel war das Thema aber recht unkompliziert erledigt und bisher ist es nicht wieder vorgekommen. Ohne Ersatmagazin wäre ich da wahrscheinlich HIT gewesen, konnte das Duell aber so doch noch für mich entscheiden.

Diverses

Beide Waffen haben vorne auf dem Lauf ein Gewinde, also war ich gespannt, ob der mitgelieferte TM-Schalldämpfer auch auf die HK MK23 passt. Und siehe da, er passt! Der Schalldämpfer ist aus Metall gefertigt und das Innenleben besteht aus kleinen Schaumstoff-Röhrchen. Durch die große Oberfläche des Schaumstoffes im Dämpfer wird die Airsoft-Gun damit erheblich leiser. Aus dem hellen schschtt wird mit montiertem Dummy ein dumpfes Pflupp.
Wie oben beschrieben kann man den Schalldämpfer auch auf die HK aufschrauben, aber einen Schuss abgeben würde ich damit nicht. Durch den Gasdruck beim Abfeuern der .45 ACP würde sich der Dummy-Dämpfer in seine Einzelteile auflösen und Funktion hat das Ding sowieso nicht.

Ich besitze ein verstellbares Beinholster von KHS. Meine HK trage ich auf dem Schießstand im Holster. Durch das Gewicht, merkt man die Waffe nach drei Stunden dann schon deutlich am Bein. Durch das geringere Gewicht der TM ist diese angenehmer zu tragen.

Meine Blackhawk-Fangschnur (Laynard) passt ebenfalls an beide Waffen. Nur ist bei der TM die Aufnahme nicht aus Metall wie bei der HK, erfüllt auf Grund des geringeren Waffengewichtes auch seinen Zweck.

Fazit

Ich möchte mich an dieser Stelle nur auf die TOKYO MARUI SOCOM MK23 beziehen.
Die TM ist sauber verarbeitet und der verwendete ABS-Kunststoff ist sehr hochwertig. Die Schussleistung ist gut. Als Nachteil empfinde ich nur die schlechte Balance (sehr hecklastig) mit eingesetztem Magazin. Mit ein wenig Üben und Gewöhnung wird das aber sicherlich kein Problem.

Meine Wertung für diese Waffe ist vier von fünf möglichen Punkten. WertungWertungWertungWertungWertung
Der Punktabzug basiert auf der etwas ungünstigen Gewichtsverteilung und den zerstörten HK-Markings.
Wer fragen dazu hat, kann mich gerne Ansprechen.
 

Langzeitbetrachtung 161015ASEP2006

Die ASG hat nun einige Trainings, Spiele und OPs mit einigen hundert verschossenen BBs auf dem Buckel. Ich schätze die MK23 als äußerst zuverlässigen und präzisen Begleiter. Nicht nur als Backup-Waffe, sondern gerade als Offensive Handgun in beengter Umgebung. Die zusätzlichen Ersatzmagazine hat bisher sehr gute Dienste geleistet und mir bei einigen Gelegenheiten den Skalp gerettet. Der geringe Gasverbrauch der NBB ist immer wieder ein starkes Argument für diese Waffe.

Langzeitbetrachtung 201029BJAN2012

In 7 Jahren Airsoft, war und ist das meine einzige Backup-ASG. Bisher hat mich die MK23 nie im Stich gelassen. Lediglich zwei Magazine haben den Dienst wegen schleichender Undichtigkeit quittiert, wobei sich alle raparieren ließen. Wer ein undichtes Magazin hat, wird übrigens in diesem externUS-Blog fündig. (Leider nur auf Englisch.) Und kann sein Magazin selber reparieren bzw. wieder neu abdichten. Ein passendes Safariland-Holster und andere Spielereien...
Gerade auf extrem kurze Distanzen (CQC) hat sich die Backup bewährt. Mittlerweile kommt ein extrem schwaches Gas (extern Maintanance-Gas von Begadi) zum Einsatz, so das ich auch wirklich kurze Distanzen ohne schlechtes Gewissen den Abzug betätigen kann.
Immer wieder kommt der Wunsch auf, eine GBB zu kaufen, bisher konnte ich mich aber nicht durchringen, die TM MK23 ist einfach viel zu gut, immer dabei und immer zuverlässig:
MK23 in action

Update 180903AAUG2012

Jetzt ist doch tatsächlich mal was kaputt gegangen! Die Waffe funktionierte nicht mehr. Ein kleines ABS-Teil ist innen abgebrochen und hat sich vor den Lauf geschoben. Die BBs konnten nicht mehr zugeführt werden - Sauerei!
Aber alles halb so schlimm, einmal im Feld zerlegt, zusammen gesetzt, fertig! Das Teil ist leider weg gefallen und war nicht mehr auffindbar. Die Funktion der Waffe ist aber überhaupt nicht beeinträchtigt. Kleiner Bildbeweis:
Harmlose Gewichtsreduktion ;)

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